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„Balsam für die Seele“

Kiliani-Tag der Jugend mit Prozession, Pontifikalamt in der Krypta des Kiliansdom und Jugendfestival im Kilianeum-Haus der Jugend – Weihbischof Boom: „So wie wir sind, so will Gott bei uns zu Gast sein.“

Würzburg/Aschaffenburg/Bad Kissingen/Bad Neustadt/Hammelburg/Haßfurt/Kitzingen/Miltenberg/ Ochsenfurt/Schweinfurt (POW) Angenehm kühl ist es hier unten. Teile des Raumes sind in rotes und grünes Licht getaucht. Das Merowingerkreuz erstrahlt in sattem Orange. Ansonsten ist es nahezu dunkel. Klavierklänge hallen von den Wänden und begrüßen die knapp 200 Jugendlichen aus dem ganzen Bistum, die dicht gedrängt in der Krypta des Kiliansdoms in Würzburg Platz genommen haben. Es ist Samstag, 11. Juli, und Bischof Dr. Friedhelm Hofmann und Weihbischof Ulrich Boom haben die jungen Erwachsenen zum Kiliani-Tag der Jugend eingeladen.

„Jesus lädt uns alle ein, mit ihm gemeinsam diesen Tag zu feiern“, ruft Weihbischof Boom noch vor dem Pontifikalamt in der Krypta den Jugendlichen zu, die gemeinsam in einer Prozession vom Kilianeum-Haus der Jugend in den Dom gekommen sind. Gleich mehrmals setzt der Weihbischof neu an, da das volle Glockengeläut ihn zu übertönen droht. „Ihr seid alle eingeladen. Ich denke diese Botschaft kam an“, verkürzt er seine Begrüßungsworte auf das Wesentliche. Das neue Jugendlied „Wir sind unterwegs“ stimmt die Wallfahrer auf den Pontifikalgottesdienst ein. „Wir sind unterwegs mit einer großen Hoffnung, dass diese Welt bereits errettet ist“, sagt Weihbischof Boom zur Begrüßung, bevor die Jugendlichen in die Krypta hinuntersteigen.

Der Gottesdienst steht unter dem Motto der Kiliani-Woche „Ich will bei dir zu Gast sein!“. In seiner Predigt nimmt der Weihbischof sowohl Bezug auf die Frankenapostel – „Wenn wir füreinander und für Jesus den Kopf hinhalten, dann kommt Gerechtigkeit in diese Welt“ – als auch auf das Evangelium mit Zachäus: „Er war einer, der wie wir, auf der Suche nach einem Lebenssinn war und von diesem Jesus hörte.“ Zachäus habe erfahren, dass dieser für alle Menschen da sei und habe sein Glück versucht, ihn kennenzulernen. „Und Jesus sagte: Ich will bei dir zu Gast sein. So wie wir sind, so will Gott bei uns zu Gast sein.“ Anschließend lädt Jugendpfarrer Stefan Michelberger alle ins Kilianeum zu einem Jugendfestival ein.

Obwohl es noch früh am Nachmittag ist, sind die Jugendlichen bereits sehr erschöpft. Zum Teil sind sie seit dem Vortag oder spätestens seit dem frühen Morgen auf den Beinen. Denn schon das Ankommen in Würzburg ist für viele ein Erlebnis gewesen. Sechs verschiedene Varianten standen zur Auswahl, zum Tag der Jugend zu gelangen. So sind Denise Quicker (33) und Christian Starodub (23) zum Beispiel mit dem Zug aus Schweinfurt angereist. Auf der Fahrt hätten sie die Aufgabe bekommen, wie der heilige Kilian selbst Missionar zu werden und fremde Menschen anzusprechen. „Die meisten wussten nicht sehr viel über Kilian, da haben wir von ihm erzählt“, sagte Starodub, Oberministrant in der Pfarreiengemeinschaft „Schweinfurt-Nord: Sankt Anton - Maria Hilf". Und Quicker fügt hinzu: „Es hat sich gelohnt, hierher zu fahren. Die Worte des Weihbischofs im Gottesdienst waren Balsam für die Seele.“

Von Hammelburg bis zur Roßmühle sind 16 Jugendliche und ihre Begleiter aus dem Raum Bad Kissingen auf der Saale mit dem Kanu unterwegs gewesen. „Wir haben am Freitagabend mit einem Abendlob und gemeinsamem Grillen die Wallfahrt begonnen“, erzählt Organisatorin Anna Maria Marx. Alexander Schmitt (17) und Sara Herre (15) waren dabei. „Wir haben uns im Vorhinein überlegt, welche Anliegen wir mit auf die Fahrt nehmen möchten, an wen wir besonders denken wollen“, erklärt Herre. Gefallen habe es beiden sehr gut. Auch die Prozession zum Kiliansdom sei besonders gewesen. „Komisch war das nicht. Ich bin das Wallfahren gewohnt“, sagt Schmitt.

„Wallfahren ist doch so etwas wie Routine für mich“, meint auch Thomas Holzinger (16) aus Hundsbach. Er hat das Kreuz vorne weg durch die Straßen getragen. Bei einer der sechs Wallfahrten sei er aber nicht dabei gewesen: „Ich bin einfach so hier.“ Veronika Racher (15) und Elisabeth Heinrich (16) kommen zwar aus Kürnach aus dem Landkreis Würzburg, haben sich aber den Paddelboot-Wallfahrern der Regionalstelle Kitzingen/Haßberge angeschlossen. „Das hat mich am meisten angesprochen und es war auch wirklich eine tolle Sache“, begründet Racher ihre Wahl. „Es gab verschiedene Stationen auf dem Main. Viel hat sich dabei um die Flüchtlingsthematik gedreht“, erzählt Heinrich. So hätten sie zum Beispiel versucht, von zwei Booten möglichst viele Menschen in einem Boot unterzubekommen. An der Prozession erstaunt beide am meisten die Reaktion der Passanten: „Manche waren regelrecht irritiert, andere meinten: ‚Schau mal, die Pfadfinder!' Das war interessant zu beobachten.“

Eine „besonders intensive“ Wallfahrt hätten die jungen Erwachsenen aus der Region Main-Spessart gemacht, wie Regionaljugendseelsorger Simon Becker erzählt. Über acht Stunden seien sie auf den Beinen gewesen und von Retzbach gut 25 Kilometer nach Würzburg gepilgert – und das mitten in der Nacht. „Unglaublich, wie die jungen Leute das durchgezogen haben. Alle waren hoch motiviert und konzentriert.“ „Bei den letzten zehn Kilometer bin ich eindeutig an meine Grenzen gestoßen. Es war ja mitten in der Nacht, wir waren müde und erschöpft. Aber es hat sich gelohnt!“, sagt Sebastian Dietz (22). Begonnen hätten sie ihre Wallfahrt mit einer Andacht und einer Weinprobe im Weingut Schwab in Retzbach. Nach insgesamt acht Stunden Pilgern seien sie gegen halb fünf in der Frühe in Würzburg angekommen. „Eine kurze Strecke ist jeder ganz allein durch den Wald gelaufen. Ich hatte nur ein Knicklicht bei mir. Eine tolle Erfahrung“, erzählt Dietz. An der Prozession zum Dom habe er dann nicht mehr teilgenommen. Nicht weil er zu müde gewesen sei, sondern weil er in der Band mitgespielt habe, die den Gottesdienst begleitete: die Band Nexus 42. „In der Krypta Musik zu machen, war eine Herausforderung. Da hatte unser Mischer viel zu tun.“ Der Aufwand hat sich gelohnt hat, finden die Teilnehmer. „Eine tolle Atmosphäre“, sagt zum Beispiel der 17-jährige Christian Hümpfmann.

„Müde, aber glückliche Gesichter“, zieht Sebastian Volk, Referent für Ministrantenarbeit und Mitorganisator des Jugendfestivals, ein vorläufiges Fazit. „Das ist ein Experiment. Wir versuchen hier etwas Neues, und das scheint gut anzukommen. Wir sind sehr zufrieden.“ Auch Jugendpfarrer Domvikar Stefan Michelberger ist sich sicher, dass eine gute Botschaft von dem Tag der Jugend ausgehe: „Wir wollen mit diesem Tag die Türen öffnen für alle, die Interesse zeigen, die einmal hereinschnuppern wollen in diese junge Kirche.“ Gäste nähmen niemandem etwas weg, sondern könnten nur bereichern. Diese Botschaft sei ihm besonders wichtig.

Im Kilianeum haben die Organisatoren einiges aufgeboten: Auf einem so genannten „Markt der Möglichkeiten“ präsentieren sich diverse Jugendverbände und Regionalstellen der kirchlichen Jugendarbeit (kja) mit verschiedenen Angeboten – von einer Kaffeebar über „Menschenkicker“ und Bratwurstbude bis zu Slackline, Grafitti und mehreren Infoständen. Im Innenhof spielen den ganzen Abend über drei Live-Bands. Die Aschaffenburger „Spielplatzkinder“, die Würzburger Alternative-Band „Sunday Gravity“ und als Hauptact „Cris Cosmo“. Der heizt den Zuhörern ordentlich ein und sagt nach fast zwei Stunden Konzert glücklich: „Ein unglaublich tolles Publikum, sehr konzentriert auf eine Sache. Hier in Würzburg hatten wir bisher die beste Stimmung auf dieser Tour.“

sj (POW)

(2915/0704; E-Mail voraus)

Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet

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